Königin Luise – Von der Provinzprinzessin zum preußischen Mythos

Königin Luise, Biografie, erschienen 2010 im Bucher Verlag

Hanne Bahra

Eine schöne Königin auf preußischem Thron, das hat die Welt noch nicht gesehen, und schon gar keine mit so viel Sex-Appeal. Doch 1797, in Luises Krönungsjahr, ist das alte Jahrhundert bereits dabei, sich mit revolutionären Umwandlungen zu verabschieden. Luise ist die richtige Frau zur richtigen Zeit – mit ihr feiert ein neuer Frauentyp Triumphe. Ihre natürliche Anmut trifft den Nerv des Zeitalters der Empfindsamkeit und bezaubert die Monarchen halb Europas, darunter Zar Alexander von Russland – und vor allem ihren Gemahl Friedrich Wilhelm III.

Dabei sehnt sie sich doch so sehr nach privatem Glück. Aber der Krieg gegen Frankreich, der Preußen an den Rand des Ruins bringt, verwickelt sie in die Politik. Aus der verwöhnten Naiven wird eine wahrhaft königliche Vermittlerin zwischenfeudaler und modern-bürgerlicher Welt, die sich für die Reformer Stein und Hardenberg einsetzt. Als „Königin der Herzen“ wird sie auch vom Volk geliebt und nach ihrem frühen Tod am 19.Juli 1810, sie stirbt mit nur 34 Jahren, in den Olymp der Unsterblichen erhoben.

Die Wahrheit über Luise liegt unter einer dicken Schicht generationsschwerer Verklärung. Der Blick hinter die Legenden aber zeigt eine eher moderne Frau, die in ihrer Rolle zwar immer wieder zu Kompromissen gezwungen wird – und doch ihren eigenen Weg findet.

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